Eine neue Dimension der körperlichen Liebe als Beziehungsretter

 Soul Sex die neue Lösungsstrategie in Gewohnheitspartnerschaften

Soul Sex eine neue Dimension der körperlichen Liebe als Beziehungsretter

Soul Sex ist die neue Lösungsstrategie in Gewohnheitspartnerschaften. Es wird als eine neue Dimension der körperlichen Liebe angepriesen. Am Anfang der Bewegung stand das Buch „Soulsex “ der Paartherapeutin Eva-Maria Zurhorst. Sie schreibt darin über frühe Bindungserfahrungen, die unsere Sexualität ein Leben lang prägen. Sex ist eigentlich ein Kommunikationsmittel zwischen Partnern und dient der Festigung der Beziehung. Doch ist Sexualität in der Partnerschaft oft so Angst bzw. Stress besetzt, dass irgendwann gar nichts mehr geht und Enttäuschungen vorprogrammiert sind.

In unserer Sehnsucht nach einer erfüllten Partnerschaft müssen wir uns den alten Beziehungsmustern stellen und unseren Körper, die eigene Sexualität und den Partner neu entdecken. Das ist die Voraussetzung für eine Liebe, die getragen ist durch eine tiefe seelische Verbindung. Sie ist Nahrung und Essenz einer neuen Qualität von Partnerschaften.

Probleme in langjährigen Partnerschaften

Ich finde dieses Thema so essentiell, dass ich ihm 2 Artikel widmen möchte. Um den Rahmen nicht zu sprengen, schreibe ich in diesem Blogbeitrag über die Probleme in langjährigen Partnerschaften. Im nächsten Blogbeitrag gehe ich dann vor allem auf die Liebespraktiken in einer Soul Sex Beziehung ein. Wie immer habe ich versucht, die ersten Tipps umzusetzen und werden aus dem Nähkästchen über den Schneckensex plaudern.

Die Sexualität ist von Natur her die tiefste Form der Begegnung zwischen Liebenden. Wir Menschen sind zur Liebe geschaffen! Das Bedürfnis zu lieben drücken wir über die Sexualität in ganz besonderer Weise aus.

Beziehungskiller Sex

Aufgrund der medialen Zurschaustellung von Erotik und Sexualität entsteht in Beziehungen ein regelrechter Erwartungs- und Leistungsdruck, der oft in der Überforderung bzw. Enttäuschung der Partner mündet. Diese Lebenssituation wird meistens noch durch Sprachlosigkeit in der Beziehung oder Existenzsorgen verschärft.

Geschlechter Klischees als Ursachen für ein eingeschlafenes Sexualleben

Die Ursachen für ein eingeschlafenes Sexualleben bestätigen leider die gängigen Geschlechter Klischees.Doch bevor ich darüber schreibe, spreche ich den Hauptgrund aller Beziehungsprobleme an.

Frühkindliche Erfahrungen und Beziehungsmuster prägen uns ein Leben lang

Dass frühkindliche Erfahrungen die Sexualität prägen ist unumstritten. Die von uns erlittenen Traumatas beeinflussen das Beziehungs- und Sexualleben enorm. So entwickeln wir sexuelle Vorlieben, benötigen Fetische oder werden von bestimmten Handlungen angetörnt. Doch diese Neigungen sind nicht einfach nur der Phantasie geschuldet, sondern Ausdruck unserer frühen Körpererinnerung.

Eva-Maria Zurhorst schreibt davon, dass wir in Wahrheit alle mehr oder minder neurotisch, unbewusst und reaktiv unsere Vergangenheit fortführen, ohne zu wissen, was uns wirklich erfüllt und was zu uns gehört.

Ich kann mir noch so sehr Nähe in einer Beziehung wünschen. Wenn ich meine Kindheit einsam durchlitten habe, wird mir jede Nähe zu viel und ich kann diese Art von Partnerschaften nicht auf Dauer leben. So wie ich niemandem vertrauen kann, auch wenn es mein großer Wunsch ist, weil ich in der Vergangenheit immer wieder enttäuscht worden bin.

Zitat: „Was wir in Zeiten der Prägung nicht erfahren haben, kennt unser inneres System nicht. Das können wir weder mit anderen teilen noch ungehemmt empfangen, egal wie sehr wir es brauchen. […]  Beim Sex von heute läuft unterschwellig das Programm von früher.

Zitat aus dem Buch „Soulsex“ unter https://www.zurhorstundzurhorst.com/buecher

Sexuelle Präferenz kommen als Ausdruck eines Traumas

Lasst uns das menschliche Gehirn in 3 Teile gliedern: in das Stammhirn, das limbische System und den Neokortex. Das Stammhirn, auch Reptiliengehirn genannt, ist evolutionär der älteste Teil des Gehirns. Er reguliert die automatisierten Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung und ist außerdem für die körperlichen Empfindungen zuständig (Kloß im Hals, Schmetterlinge im Bauch, Druck, Herzrasen usw.). In Gefahrensituationen springt zuerst das Reptiliengehirn an und versorgt uns mit Adrenalin, viel Blut in den Gliedmaßen usw. Die daraus freigesetzte Energie können wir in Flucht und Angriff umsetzen oder andernfalls erstarren wir (tot stellen). Die Energie wird gespeichert. Unser Nervensystem legt diese traumatische Erfahrung im Körpergedächtnis ab.

Wird dieses Trauma nicht erkannt oder aufgelöst, kann es auch nach Jahrzehnten plötzlich in ähnlich gelagerten Situationen hochkommen. Dabei reichen oft schon Worte oder Dissoziationen für Flashbacks aus.

Vor allem Menschen mit Bewegungseinschränkungen (Babys, körperbehinderte Menschen) sind Trauma gefährdet, da sie in Gefahrensituationen nicht einfach weglaufen können, sondern ihnen nur die Erstarrung bleibt. Die so erlittene Erfahrung brennt sich massiv in das Körpergedächtnis ein. Ich kenne einen sehr erfolgreichen Geschäftsmann, dessen Lieblingssexphantasie es ist, auf einer Krankenliege entblößt und gefesselt zu liegen und somit ausgeliefert zu sein. Nachdem er als kleiner Junge mit dem Fahrrad verunglückte, hatte man ihn auf einer Krankenliege fixiert ins Krankenhaus gefahren. Ob er sich im Krankenwagen „nackig machen“ musste, weiß ich nicht, nehme es aber an. Die Situation war für ihn so traumatisch, dass sie später Gegenstand seiner sexuellen Präferenz wurde. Nicht jede(r) Partner(in) kann die sexuellen Phantasien des anderen mittragen. Zu erkennen, dass in der Vorliebe das Trauma der Vergangenheit reaktiviert wird, bedeutet in eine neue Dimension der körperlichen Liebe eintauchen zu können, um dadurch die Partnerschaft zu erneuern.

Auch Stereotype schaffen Probleme in langjährigen Partnerschaften.

Frauen verschafft der Orgasmus mehr Frust als Lust

Obwohl der Orgasmus der Höhepunkt der Gefühle ist, erreichen weniger als 50% aller Frauen diesen.

Frauen werden auch heute noch zu Lustobjekten und allzeitbereiten Sexsklavinnen degradiert. Fast immer liegt es am Leistungsdruck im Bett, der einseitigen Fixierung auf den orgasmischen Höhepunkt oder der mangelnden Sensibilität des Partners, dass Frauen der Orgasmus mehr Frust als Lust verschafft.. Sie fühlen sich nach dem Sex alleine gelassen, leer und frustriert. So manche von ihnen sucht die Erfüllung in einem Seitensprung. Wie gut täte es in diesen Momenten, wenn die eigenen Hände am Körper des Partners die eigenen Wünsche und Bedürfnisse schamlos kommunizieren könnten. Denn Soul Sex braucht vor allem Mut.

Masturbierenden Männern geht das Empfinden für guten vaginalen Sex verloren

Ja, sie lesen richtig! Die Überschrift klingt provokant, ist aber leider wahr. Es gibt immer mehr Männer, die in die Sexualberatung kommen. Diese haben regelmäßig geilen Sex mit sich selbst, während sie den Sex mit der Partnerin eher als lustlos beschreiben. Die Paartherapeutin Ann-Marlene Henning gibt diesen Männern provokant den Namen „Linkswichser“. Das sind Typen die am Computer masturbieren und dabei mit der rechten Hand per Maustaste den Porno weiter klicken.

Selbstbefriedigung gab es zu allen Zeiten. In Zeiten des freien Zugangs zu Pornos, erotischen Angeboten aus dem Internet und einer großen Palette von Sextoys wird die Sexualität mit sich selbst viel häufiger gelebt als noch vor 20 Jahren. Doch immer häufiger suchen auch junge Männer Hilfe.  Denn masturbierenden Männern geht das Empfinden für guten vaginalen Sex verloren, wodurch sie Erektionsstörungen bekommen.

Wer als Mann häufig selbst Hand an sich legt, stimuliert den Penis mit festem Rubbeln. Der Schwellkörper gewöhnt sich so ans schnelle Rubbeln und den festen Druck, dass er beim sanfteren Eindringen in die Vagina nicht mehr „weiß“ wann er sich ausdehnen muss. Auch der Penis ist nur ein Gewohnheitstier, dem vaginal die starke Stimulation fehlt, wodurch er nicht mehr (vollständig) zum Orgasmus kommt.

Die Empfindsamkeit des Penis mit Soul Sex durch Enthaltsamkeit oder Zärtlichkeiten zu steigern bringt ihm wieder einen Höhepunkt selbst ohne Verkehr.

das Liebesspiel als Kommunikationsmittel

Gerade Frauen fühlen sich im Alltag mit der Doppelbelastung von Beruf und Familie stark belastet und vermissen oft das Verständnis oder die Unterstützung des Mannes, während er selbst dann noch Sex von ihr will. Männer wiederum machen keine großen Worte aus ihrem Stress und es lieber mit sich selber aus. Über Gefühle haben sie oft nicht gelernt zu sprechen, da bleibt dann nur der Sex als Ausdruck von Gefühl und Zuneigung. Wie wir das Stress- und Beziehungsmanagment in unserer Herkunftsfamilie erlebt haben, ist entscheidend dafür, wie wir später selbst mit Stress- und Beziehungsproblemen umgehen.

Das ist ein klassisches Missverständnis von Paaren.

Im Grunde genommen könnten viele Missverständnisse, Verletzungen und sexuelle Fixierungen von Liebespaaren erlöst und geheilt werden, wenn beide es ihren Körpern, Mündern und Händen überlassen würden zu sprechen. Wenn das Liebesspiel als Kommunikationsmittel für Zuneigung und Nähe erlebt wird, kann die Mann-Frau-Beziehung heilen und die Partnerschaft neu erstarken.

Berührung hilft uns dabei, uns zugehörig und angenommen zu fühlen.

Deshalb ist es essentiell Berührungen zu erleben, die nicht nur den Körper sondern Herz und Seele gleichermaßen streicheln. Wie Soul Sex funktioniert und was es mit uns macht, erfährst du an selber Stelle in der nächsten Woche.

Starten wir an dieser Stelle nächste Woche miteinander dein persönliches Wiederbelebungsprogramm für unsere Partnerschaften.

Deine Silke