Die Statistik lügt nicht – die Liebe auf den ersten Blick ist ein seltenes Phänomen

Die Liebe auf den ersten Blick ist ein seltenes Phänomen

Diese Story könnte einem Liebesroman entnommen sein: Eine gute Freundin von mir wollte über Weihnachten nach London fliegen. Nach dem Einsteigen in den Flieger verstaute sie ihr Gepäck im Fach über ihrem Platz und wurde von einem Spanier überrannt, der sie zu spät bemerkt hatte. Sie stolperte, er hielt sie fest, beide schauten sich in die Augen und „Bäng!“ – beide wurden von der Liebe auf den ersten Blick getroffen. Bis zur Landung der Maschine sassen sie dann Händchen haltend nebeneinander und gingen dann als Paar aus dem Flieger. Und auch wenn diese Lovestory tatsächlich so geschehen ist, beweisen Studien, dass die Liebe auf den ersten Blick nur ein seltenes Phänomen ist.

 

die Liebe auf den ersten Blick ist ein seltenes Phänomen

Die Liebe aus heiterem Himmel öfter Männer als Frauen


Theoretisch kann uns die große Liebe überall im Alltag begegnen. Praktisch hat das Kennenlernen jedoch weniger mit dem Zufall zu tun, als vielmehr mit unseren Prägungen und Gewohnheiten.

Verschiedene interkontinentale Studien kommen zu dem Ergebnis, dass sich nur 10-15% der Liebeswilligen gleich beim ersten Treffen ineinander verlieben. Dabei trifft die Liebe aus heiterem Himmel öfter Männer als Frauen; vermutlich weil Männer eher visualisieren, Frauen hingegen in Emotionen eintauchen. Schaut man sich Beziehungsstatistiken an, ist die Liebe auf den ersten Blick ein seltenes Phänomen.

Immer noch lernen sich zwei Drittel der Paare in ihrem direkten sozialen Umfeld kennen. Dort können sie sich beobachten und herausfinden, ob sie überhaupt zueinander passen würden. Lt. Dem Ranking der Parfaim Studie (eine Langzeiterhebung von Paardaten aus Deutschland) lernen sich deutsche Paare immer noch zuerst im Freundes- und Bekanntenkreis kennen. Jedes dritte Paar trifft sich dort. Auf dem 2. Platz bahnen sich 22%  der Beziehungen über Ausbildung und Schule bzw. den Arbeitsplatz an. Immerhin noch 16% der Befragten lernen sich in Kneipen oder Discos kennen. Etwas abgeschlagen mit 9% kommen die Begegnungen in Vereinen und der Hobbypflege auf Platz 4 und erst dann mit 5,6% das Internet.

Und auch wenn insgesamt 9Millionen Menschen schon mal ein Profil auf Datingportalen angelegt haben, begegnet uns die Liebe eher im persönlichen Umfeld als über das Internet. Erst bei den über 40Jährigen ändert sich das Bild. Im Freundeskreis wird diese Altersgruppe bei der Partnersuche weniger fündig und nutzt deshalb Chats, Foren und soziale Netzwerke erfolgreich um Partner kennenzulernen.

90% der Partnerschaften in derselben sozialen Schicht geschlossen

Übereinstimmend haben allen Untersuchungen und Erhebungen ergeben, dass 90% der Partnerschaften in derselben sozialen Schicht geschlossen werden. Trotz aller Mobilität werden von 80-90% der Frauen und Männer langfristige Beziehungen nur bei räumlicher Nähe eingegangen. Nachbarschaft macht symphatisch, weil man einander öfter begegnen, besser beobachten und kennenlernen kann. Deshalb Augen auf im Alltagsleben!

Die Geschichte meiner Freundin fand leider kein Happy End. Nach über einem Jahr trennten sich trotz großer Liebe beide einvernehmlich, da die räumliche Entfernung zwischen Spanien und Deutschland zu große Probleme mit sich brachte. Meine Freundin will diese Zeit nicht missen, denn die große Liebe ist ein großartiges Gefühl, das gelebt werden will.

Manchem verhilft die Wissenschaft zu einer Neufokussierung: Hilf dem Liebesglück auf die Sprünge, indem Du Deine Alltagsbeziehungen überprüfst und offen bist für Gelegenheiten die sich Dir bieten.